20.10.16
Mahnmalfeier am Stockborn am 16. Oktober 2016
Pfarrer Christoph Wildfang bei der Predigt
Bertram Huke verliest die Namen der Verstorbenen

Pfarrer Christoph Wildfang bei der Predigt

Pfarrer Christoph Wildfang bei der Predigt
Bertram Huke verliest die Namen der Verstorbenen

Bertram Huke verliest die Namen der Verstorbenen

„Wir werfen ihre Namen in den Himmel.“

Zum alljährlichen Totengedenken trafen sich etwa 120 Tauniden am 16. Oktober 2016 am Stockborn-Ehrenmal. Es war ein relativ milder und ausgesprochen sonniger Herbstsonntag. Die Wanderer lagerten auf Bänken, Baumstämmen und Sitzkissen, und das Licht-Schatten-Spiel in den hohen Fichten rund um das Ehrenmal erzeugte eine besondere Andachtsatmosphäre.

Die Posaunenbläser aus Neu-Anspach intonierten zu Beginn das „Heilig“ von Franz Schubert, und der Taunusklub-Vorsitzende, Bertram Huke, eröffnete die Feierstunde mit einem Gedicht, das von den fallenden Blättern handelte und davon, dass jedes Blatt, das fällt, eine Lücke reißt.

Pfarrer Wildfang aus Arnoldshain stellte seine Ansprache unter Worte aus dem Psalm 139: „Ob ich sitze oder stehe, ob ich gehe oder ruhe, so bist Du, Gott, um mich und siehst all meine Wege... Nähme ich die Flügel der Morgenröte und ließe mich nieder am äußersten Meer, auch dort würde deine Hand mich ergreifen und deine Rechte mich halten.“

Gerade als Wanderer können wir in der Natur die Spuren Gottes finden, kann die Hand Gottes, die uns führt, erfahrbar werden, können Momente von Gottes Liebe und Nähe spürbar werden. Und die verstorbenen Wanderfreunde sind quasi dabei und schauen uns über die Schulter. Wenn sie einzeln genannt werden, „werfen wir ihre Namen in den Himmel“; sie sind nicht einfach tot, sondern uns heute besonders nahe; ihre Geschichten bleiben und werden weitererzählt; sie hinterlassen Spuren auch in unserem Leben. Oft verläuft das Leben anders als erwartet, aber auch dann gibt es die Erfahrung: Da war Gott dabei, er ist mitgewandert.

In einem Gebet gedachte Pfarrer Wildfang abschließend der Verstorbenen und bot seinen Zuhörern an, im Stillen mitzubeten.

Bertram Huke verlas die Namen von 42 seit Oktober 2015 vertorbenen Taunusklubmitgliedern aus verschiedenen Zweigvereinen, die ihre Spuren hinterlassen, aber auch Lücken gerissen haben. Die Namen wurden sozusagen in den strahlend-blauen Himmel geworfen. Dieses namentliche Verlesen der Verstorbenen als Gedenken und Erinnerung an Wanderkameraden und -kameradinnen, an gemeinsame schöne Wanderungen und Erlebnisse, ist – zusammen mit der anschließenden Kranzniederlegung - immer der Höhepunkt der Feierstunde.

Die Melodie des Liedes „Ich hatte einen Kameraden“ gehört dazu.