Aktuelles

Der Taunusklub wünscht allen Mitgliedern und Freunden eine besinnliche Adventszeit

Aktuelle Informationen 2018

Der Wolf in unserer Mitte – Konsequenzen für uns Wanderer

Vorbemerkung
Der Wolf in unserer Mitte, ist ein Papier, welches Meister Isegrim aus Sicht der der Gebirgs- und Wandervereine und im Speziellen auch aus Sicht der Naturbesucher/innen betrachtet. All überall gibt es zum Wolf viele emotionale und rationale Anliegen, die man je nach Perspektive kaum ausblenden kann. Auch wir tun uns schwer ein einheitliches und neutrales Bild darzustellen.

Das sich in Deutschland nach 150 Jahre wieder der Wolf ansiedelt, verdanken wir in erster Linien den vielen Bemühungen im Naturschutz, aber natürlich auch dem Fall des Eisernen Vorhanges. Derzeit leben in Deutschland über 70 Rudel. Die aktuelle Diskussion, auch innerhalb des DWV, deckt das gesamte (emotionale) Spektrum an Vorstellungen zur Rückkehr des Wolfs von völliger Ablehnung („Der Wolf gehört nicht hierher“) bis zur „Adelung“ der Naturschutzbemühungen in Deutschland.

Wolf

Ausgangssituation
Für uns Wanderer besteht eine besondere Aufmerksamkeit zu „Meister Isegrim“:
Während Wildbiologen und „klassische“ Naturschützer den ausgesprochene Wunsch hegen, Wölfe beobachten zu können, die mittels Telemetrie und speziell trainierter Hunden aufgespürt werden sollen, haben
die Wanderverbände ein eher ambivalentes Verhältnis. Für einige Wanderer stellt es vielleicht den Höhepunkt einer Wanderung dar, wildlebende Tiere und speziell den scheuen Wolf während einer Wanderung in Anblick zu bekommen, so gibt es aber auch Wanderfreundinnen und –freunde, denen die Möglichkeit eines Kontaktes überhaupt nicht behagt.

Konfliktpotential
Gerade im Naturschutzbereich zeigt sich ein Kernkonflikt :
die dringend erforderliche Offenlandpflege mit Schafen oder Ziegen, ohnehin ökonomisch grenzwertig, wird durch kostspielige Wolfsschutzmaßnahmen völlig unrentabel werden. Die Wandervereine sehen diese berechtigten Ansprüche der Landwirtschaft und fordern für den ökonomischen Schaden, bzw. zusätzlichen Kosten dauerhafte Finanzierungsprogramme. Es sind auch Strukturen vorstellbar, wo für eine wolfsfreie Zone (Vergrämung des Wolfes) plädiert werden kann.
Neben rein juristischen Artenschutzvorgaben ist auch aus Naturschutzsicht die Rückkehr des Wolfes zu begrüßen; er ist grundsätzlich vom Lebensraum her hier zu Hause und ein Meilenstein bei der erwünschten Verbesserung der Biodiversität unserer Lebensumstände und -räume.
In der Presse wird von Zeit zu Zeit von Problemwölfen berichtet und damit die Stimmung auch über die Tierhalterprobleme hinaus weiter angeheizt.

Pyrenäenberghund schützt Haustiere vor Wolfsangriffen

Lösungsansätze
Es sollte grundsätzlich möglich sein, in unserer Gesellschaft auch mit dem Wolf leben zu können. Unser Sicherheitsbedürfnis darf kein Hinderungsgrund einer positiven Grundeinstellung zur Wolfsheimkehr sein. Wanderer sehen sich daher eher als Vermittler der Interessengegensätze.
Wenn die Gesellschaft den Wolf will, geht das nicht zum Nulltarif. Gerade der ländliche Raum braucht die Sicherheit eines finanziellen Rückhalts bei der Schutzausstattung (Zaun, Schutzhunde) oder im schlimmsten Fall, die Entschädigung von Tierhaltern.
Bei ausgewilderten, an den Menschen gewöhnten Wölfen wird eine gewisse Gefahr nicht verkannt. Auch Mischlingstiere verfügen nicht mehr über das komplette Repertoire einer reinen Wildtierpopulation. Derartige Individuen, die den Charakter eines Wildtieres verloren haben, müssen im Zweifelsfall von Fachleuten getötet werden.
Wir haben in den wenigen Jahren mit Wolf unter uns noch nicht sehr viele praktische Erfahrungen für den Umgang mit der situation gewinnen können. Einzelbeobachtungen sind meist Jungwölfe, die auf der Suche nach Lebensraum oder Rudelanschluss sind. Komplette Rudel sind überwiegend in den östlichen Bundesländern ein Diskussionsthema. Es ist fraglich, ob über die Jahre hinweg, sich tatsächlich auch in dichter besiedelten Bereichen ganze Wolfsrudel etablieren.
Daher ist ein intensives Monitoring- und Forschungsprogramm erforderlich, um in unserem hochindustrialisierten Land die Möglichkeiten für große Beutegreifer zu begleiten. Vor Allem sollte über Vergrämungs- und Vertreibungsmöglichkeiten geforscht werden und praxisnahe und umsetzbare Techniken für den „worst case“ zu haben.

Schlussbemerkungen
Wie viele Wölfe gibt es in Deutschland? Und wie sieht die aktuelle Verbreitung aus? Das Interesse nach aktuellen bundesweiten Informationen zur Anzahl und auch zur Ausbreitung der Wölfe steigt stetig. Aktuell informiert die Website
www.dbb-wolf.de . Die DBBW sammelt nicht nur aktuelle Informationen aus dem Wolfsmonitoring und -management, sondern berät auch die Landesbehörden bei offenen Fragen rund um den Wolf. Auch die Bundesländer haben je nach Betroffenheit Wildtierbeauftragte und Homepages mit Hinweisen zum Verhalten und zur Entschädigung von Tierhaltern.
Einen verletzten oder verendeten Wolf sollten Sie umgehend über Naturschutzbehörde, Forstamt oder Polizei melden. Auch sonstige Beobachtungen und Begegnungen mit Wölfen sind wichtig und sollten weitergeleitet werden.
In Zeiten eines dramatischen Insektensterbens und dem Rückgang weiterer Tier- und Pflanzenarten ist
der Wolf ein besonderer Protagonist einer teilweise auch verbesserten Naturvielfalt. Weitere Entwicklungen könnten beispielsweise Wildrinder (z.B. Wisente), oder auch Elchwild umfassen.
Dann wird die Gesellschaft wieder gefragt sein.

Mit freundlicher Unterstützung von Dr. Rudi Suchant, Baden Württembergische Forstliche Versuchsanstalt.

Theodor Arend, Verbandsfachwart Naturschutz des DWV

Bergstraße 26 34576 Homberg / Efze

Tel.: 05692/989812; 0160/4707121; E-Mail: Theodor.Arend@Forst.Hessen.de

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Verhalten bei Begegnungen
Wir geben parallel zu unseren Aussagen zum Wolf auch noch ein Faltblatt, welches sich mit Verhaltensweisen gegenüber Wild- und Haustieren beschäftigt, heraus.
Trotzdem hier im Gesamtkontext, die wesentlichen Empfehlungen :
Das Wandern selbst wird durch Anwesenheit von scheuen, wilden Wölfen definitiv nicht gefährlicher als es bisher schon war.
Wilde Wölfe sind vorsichtig und scheu; sie meiden die Nähe des Menschen. Jungtiere sind gelegentlich neugierig und weniger vorsichtig.
Das Entscheidende bei einem extrem selten vorkommenden Zusammentreffen ist Ruhe zu bewahren und nicht etwa panisch zu reagieren.
Wildtieren sollte grundsätzlich mit Respekt begegnet werden, dies bedeutet Abstand halten, nicht auf die Tiere zugehen oder sie zu bedrängen. Nahezu jedes freilebende Tier reagiert mit Angriff, wenn es keine Fluchtmöglichkeit mehr sieht.
Falls der Wolf sich bei einer spontanen Begegnung nicht zurückzieht, sollte man auf sich aufmerksam machen und sich selbst langsam zurückziehen; Achtung, möglichst nicht stolpern. Lautes Sprechen verstärkt neben „Großmachen“ und Händeklatschen einen abschreckenden Effekt auf das Wildtier.
Falls der Wolf doch mehr Interesse zeigt, sollte mit Gegenständen, Steinen oder Ästen, nach ihm geworfen werden.
Pfefferspray wird in den USA und Kanada favorisiert.
Keinesfalls Futter anbieten; Wildtiere, die gefüttert werden, verlieren Ihre Scheu und werden aggressiv, wenn sie dann kein Futter bekommen (Erfahrungen mit Waschbären in Deutschland und großen Wildarten in den USA).
Auch indirekte Fütterung unterlassen.
Speisereste, Schlachtabfälle und Tierfutter, besonders solches für Hunde und Katzen, so verwahren, dass diese nicht für Wildtiere zugänglich sind. Wölfe wie auch andere Wildtiere gewöhnen sich an leicht zugängliche Nahrungsquellen im Siedlungsbereich. Die Tiere können dann unerwünschte Verhaltensweisen entwickeln, wie mangelnde Scheu, aufdringliches oder sogar aggressives Verhalten. In den USA, wo nicht nur Wölfe, Kojoten, Pumas, sondern auch Braun- und Schwarzbären tw. erhebliches Konfliktpotential darstellen, gilt die Devise „a fed bear is a dead bear“.
Falls ein Hund mitgeführt wird, sollte er unbedingt angeleint sein, da er sonst als Eindringling in das Wolfsterritorium angesehen werden könnte. Wölfe, bei denen das Beutefangverhalten auf Haustiere (z.B. Schafe oder Ziegen) ausgelöst ist, können so auf die Beute fixiert sein, dass auch bei Anwesenheit mehrerer Menschen ein Vertreiben schwerfallen kann. In einem solchen Fall Wölfe nicht auf begrenztem Raum (Ecken hoher, für Wölfe nicht überwindbarer Zäune oder von Gebäuden) in die Enge treiben.
Wir sollten in unserem Verhalten vorbildlich sein und keine spektakulären Situationen heraufbeschwören.
Da Wanderer oft in Gruppen unterwegs sind, ist die Wahrscheinlichkeit eines Zusammentreffen nochmals geringer, weil durch die geführten Gespräche die Gruppe früh wahrnehmbar ist und Wölfe sich rechtzeitig zurückziehen können.
Häufig wurden Wölfe von Landwirten auf einer Maschine wie Schlepper, Mähdrescher, oder auch von PKW`s aus gesehen. Gerade die neugierigen Wölfe zeigen da keine Scheu. Ähnlich verhält es sich beim Reiten. Dieses Verhalten sollte nicht verunsichern.

Spendenaufruf zur 150-Jahr-Feier des Taunusklub

Logo Taunusklub150 Jahre Taunusklub;
Jubiläum im Jahr 2018

Liebe Wanderfreundinnen und Wanderfreunde, liebe Freunde des Taunusklubs,
im nächsten Jahr 2018 kann unser Taunusklub ausgehend von der Gründung des Stammklubs Frankfurt im Jahre 1868 auf 150 Jahre erfolgreiches Wirken für unsere Heimat zurückblicken.
Unser Jubiläum möchten wir mit Ihnen gemeinsam begehen und haben eine Reihe von Veranstaltungen im Jubiläumsjahr geplant.
Neben einer großen Jubiläumswanderung im Januar werden wir eine neue Ausstellung
– gemeinsam mit dem Hessenpark – über den Taunus gestalten. Ebenso steht der Taunuswandertag in Frankfurt im Zeichen unseres Jubiläums.
Auch eine Jubiläumsfestschrift ist geplant, die im Dezember dieses Jahres erscheint. Ferner soll der Treppenaufgang im Feldbergturm in neuem Glanz erstrahlen. Hierfür brauchen wir Ihre Unterstützung.
Wir freuen uns, wenn Sie uns mit einer persönlichen Spende die geplanten Aktivitäten ermöglichen.
Jeder Spender wird in der Festschrift namentlich – ohne Nennung des Betrages – erwähnt. Unter dem Stichwort „150 Jahre Taunusklub“ können Sie auf unserem

Konto bei der Taunus Sparkasse
IBAN: DE 0751 250 000 000 410 0590

eine kleine oder große Unterstützung leisten.
Mit bestem Dank und einem herzlichen Frisch Auf
verbleibe ich

Ihr
Bertram Huke
(Vorsitzender)

P.S.:
Selbstverständlich erhalten Sie eine Spendenquittung für das Finanzamt