26.10.17
Stockborn-2017 - Nur wer vergessen wird, ist gestorben!

Zum traditionellen Totengedenken trafen sich Mitte Oktober die Tauniden wieder am Stockborn-

Mahnmal am Limeserlebnispfad unterhalb des Großen Feldberges.

Etwa 200 Mitglieder hatten sich bei strahlendem Sonnenschein und fast sommerlichen

Temperaturen zur Gedenkfeier eingefunden, lagerten im Gelände rund um das Kreuz und den

Gedenkstein oder versammelten sich auf dem Wanderweg.

Der Vorsitzende Bertram Huke eröffnete das Treffen und begrüßte die Teilnehmer, aber ebenso

Prädikantin Schulz aus Arnoldshain, die die Ansprache hielt, und den evangelischen Posaunenchor

Neu-Ansprach/Wehrheim. Das vorgelesene Gedicht von Theodor Fontane erinnerte an die

permanenten Veränderungen im Leben, denn der Wechsel ist das Los der Menschen, auf Schmerz

und Trauer folgt auch immer wieder Glück.

Frau Schulz entzündete eine Kerze als symbolischen Hinweis auf die dankbare Erinnerung an

glückliche Stunden mit den Verstorbenen, mit denen wir in Höhen und Tiefen gemeinsam

unterwegs waren – und als Trost und Hoffnung, sich einmal wiederzusehen. In einem Gebet

gedenkt sie der Verstorbenen der letzten 12 Monate.

In ihrer Ansprache verweist sie auf den tröstenden Vers aus dem 118. Psalm, der auf dem

Gedenkstein eingemeiselt ist: Ich werde nicht sterben, sondern leben, um die Taten des Herrn zu

verkünden.

In den 20 Jahren, seit sie zum ersten Mal an der Feier teilnahm, hat sich vieles verändert. Viel

Licht hat auch viel Schatten geworfen. Viele sind nicht mehr dabei. Wir wollen auf ihre Namen

hören und sie so in Erinnerung behalten. Gedenken ist auch ein Akt der Liebe.

Der Beter des 118. Psalms vertraut auf Gott, und er will anderen berichten, was Gott für ihn getan

hat. Und auf die Frage: Wo war Gott? Können Gottes Weisungen helfen, eine Antwort zu finden.

Was bedeutet uns die Gemeinschaft? Und was bedeuten uns noch Traditionen – wie die Tradition

des jährlichen Gedenkens? In der Gemeinschaft haben wir das Privileg, Freunde an der Seite zu

haben, „Engel auf Erden“, die uns helfen, die Last zu tragen, in Freud und Leid zusammen zu

stehen wie eine große Familie. Und das Streben nach gemeinsam gesteckten Zielen helfen über

Schwierigkeiten hinweg.

Unsere Verbundenheit mit der Natur – auch mit den Tieren - sollen wir bewahren und weitergeben.

Die Schöpfung spricht zu uns von der Herrlichkeit des Schöpfers und gibt Orientierung – auch im

übertragenen Sinn -: Wo geht uns die Sonne auf?

Im Psalm 121 heißt es: Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen: Woher kommt mir Hilfe? Meine

Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

Gehen wir voll Hoffnung in das Jahr 2018.

Ein abschließendes Gebet für die Verstorbenen leitete zum gemeinsamen Singen des „Großer Gott,

wir loben dich“ über, das der Posaunenchor intonierte und begleitete.

Ein Höhepunkt der Feier war wieder das Verlesen der Namen der Toten aus den Reihen der

Wanderer seit der Gedenkstunde 2016.

Zunächst gedachte der Vorsitzende des Anfang 2017 nach längerer Kankheit verstorbenen

Ehrenvorsitzenden des Taunusklub, Seppl Glöckner, der viele Jahre den Gesamtverein leitete und

auch in seinem Mitgliedsverein Fischbach lange Zeit sehr rege und aktiv war. Zu seinem 85.

Geburtstag 2015 hatte ihm der Taunusklub noch „einen Wanderweg geschenkt“, der auch in seiner

Anwesenheit 2016 als „Seppl-Glöckner-Weg“ auf einer Teilstrecke des Fischbacher Scheeseweges

eingeweiht wurde.

Aus den verschiedenen Mitgliedsvereinen verlas Huke dann insgesamt 47 Namen verstorbener

Wanderfreundinnen und Wanderfreunden, die so noch einmal in Erinnerung und in die

Gemeinschaft der großen Wandererfamilie gerufen wurden.

Er schloss mit dem Zitat: Nur wer vergessen wird, ist gestorben!

Am Mahnmal legte er den traditionellen Kranz nieder, und die Kapelle beschloss die Feierstunde

mit dem „Kameradenlied“.

Hedwig Groß